Nach dem weltweiten Erfolg der Einspielungen von Camille Saint-Saëns fünf Klavierkonzerten legt audite nun die kompletten Klavierkonzerte als Neuauflage auf Doppel-CD vor.

Außerhalb von Frankreich gilt Camille Saint-Saëns immer noch als Komponist char­man­ter Salon­stücke und pompöser Orchesterwerke wie der „Orgelsinfonie". Dabei offenbart das Schaffen des französischen Univer­sal­musi­kers und vielseitig interessierten Weltbürgers noch ganz andere fas­zinierende Seiten. Von der Großen Oper über die Filmmusik bis zur „zoologischen Fan­tasie" (wie er seinen "Karneval der Tiere" untertitelte) nahm er jede Gat­tung unter die Lupe. Aus der Beschäftigung mit der Tradition gewann Saint-Saëns einen „klassischen" Stil des 19. Jahrhundert, der gleichwohl nie die romantische Poesie und die Moderne aus dem Blick verlor. Vor allem seine fünf großen Kla­vierkonzerte betrachtete Saint-Saëns als Experimentierfeld. „Der Solopart eines Konzerts muss als dramatische Figur angelegt und behandelt werden", sagte der Komponist, der auch als Pianist Er­folge feierte. Und schon mit seinem ersten Konzert erhitzte der 22-Jährige die Gemüter, die sich bis zur Premiere des fünften Konzerts im Jahr 1896 nicht mehr beruhigten. Saint-Saëns stellte die klas­sische Satzfolge auf den Kopf, fantasierte in langen Solopassagen à la Bach oder zitierte Melodien aus Nordafrika, dem bevorzugten Urlaubsziel seiner letzten Jahrzehnte (er starb 1921 in Algier). Die CD-Gesamtaufnahme der über vier Jahrzehnte entstandenen Klavier­konzerte bietet somit das Porträt eines Komponisten, der in seiner überbordenden und handwerk­lichen Meisterschaft neu zu entdecken ist.

Die russische Pianistin Anna Malikova ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe; der Durch­bruch gelang ihr mit dem ersten Preis beim ARD-Wettbewerb in München 1993. Seither gastiert sie mit Soloabenden und als Orchestersolistin in aller Welt.
Dem WDR Sinfonieorchester Köln gelingt unter der Leitung von Thomas Sanderling eine ein­fühlsame und dennoch eigenständige Begleitung der Solistin.