In der vierten Folge der vielgelobten Schumann-Edition widmet sich Jimin Oh-Havenith seinen Variationen für Klavier. Drei der eingespielten Werke nehmen in Schumanns Biografie einen speziellen Platz ein: Sowohl seine erste veröffentlichte Komposition, die "Abegg-Variationen", als auch sein letztes vollendetes Werk, die sogenannten "Geistervariationen", gehören dieser Gattung an. Auch die chronologisch in der Mitte seiner Klavierproduktion der 1830er Jahre stehenden zwölf "Symphonischen Etüden" – ein von Pianistinnen und Pianisten seit jeher hoch geschätztes sowie aufgrund seiner technischen Herausforderungen gefürchtetes Werk – bilden Variationen über ein Thema.
Während der junge Schumann in den "Abegg-Variationen" aus dem Namen einer Heidelberger Studienbekanntschaft ein funkelnd-virtuoses Spiel mit Tonbuchstaben zauberte, sind die "Geistervariationen" eine ergreifende Zwiesprache des schwerkranken Komponisten mit den großen Vorbildern Schubert und Mendelssohn Bartholdy. Dieses enorme Ausdrucksspektrum gibt Jimin Oh-Havenith erneut Gelegenheit, die Intensität und Originalität ihrer Schumann-Interpretation zu demonstrieren.